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La Réunion - Reisebericht von Renate

Eine Traumreise nach La Réunion

Reisezeit: 25.Mai 2006 (Himmelfahrt) - 5.Juni 2006 (Pfingstmontag)
Reisende: Eltern mit 15jährigem Sohn

Zeitplan:

Do 25.5.
Flug mit Air France ab Strasbourg Entzheim über Paris Orly nach Réunion

Fr 26.5.
Ankunft auf Réunion, Übernahme des Mietwagens (Kategorie mit Klimaanlage) und Fahrt entlang der Nordostküste über St. Andre und Bras Panon (Vanille-Kooperative) nach Salazie und Hell-Bourg ins Hotel Relais des Cimes

Sa 27.5.
Fahrt über St. Andre und St. Benoit nach Plaines des Cafres ins Hotel Les Geraniums

So 28.5.
morgens zum Piton de la Fournaise, Wanderung zum Gipfel, Übernachtung im Hotel Les Geraniums

Mo 29.5.
Fahrt mit Besichtigungen Vulkanmuseum, Zuckermuseum, Botanischer Garten über St. Joseph, St. Pierre und St. Louis nach Cilaos ins Hotel Le Vieux Cep (mit Swimmingpool)

Di 30.5.
Thermalquellen, kleine Wanderungen evtl. Piton de Neige Hotel Le Vieux Cep (mit Swimmingpool)

Mi 31.5.
Fahrt an der Küste entlang über St. Louis, St. Leu und St. Gilles ins Hotel Le Boucan Canot (mit Swimmingpool)

Do 1.6.
Strand, Surfen, Schnorcheln Hotel Le Boucan Canot (mit Swimmingpool)

Fr 2.6.
Umgebung besichtigen, St. Pierre evtl. Piton Maïdo Hotel Le Boucan Canot (mit Swimmingpool)

Sa 3.6.
Strand, Surfen, Schnorcheln Hotel Le Boucan Canot (mit Swimmingpool)

So 4.6.
morgens nochmal Strand Mittags ab 12.30 Abfahrt über St. Paul nach St. Denis, abends Fahrt zum Flughafen und Rückgabe des Mietwagens.
Rückflug mit Air France über Paris Orly ohne Flughafenwechsel nach Strasbourg Entzheim

Mo 5.6.
Ankunft in Strasbourg (Pfingstmontag)


An einem trüben Regentag sind wir in Strasbourg gestartet. Am Nachmittag mussten wir einige Stunden in Orly ausharren, aber wir hatten wenigstens keinen Stress mit dem Gepäck, das bereits von Strasbourg aus durchgecheckt war. Der Nachtflug mit Air France war eine ziemliche Tortur, gut, dass wir darauf nicht vorbereitet waren! Dass es so wenig Platz geben würde, hatten wir uns nicht vorstellen können. Aber das Essen war sehr gut, ganz französisch mit Aperitif, Rotwein aus Glasflaschen und Trinkgläsern, ganz nach unserem Geschmack. Der Anflug morgens in St. Denis war dann traumhaft, wir schwebten an der Küste entlang an St. Denis vorbei und konnten die Insel schon mal bewundern.

Auf dem Flughafen wurden wir freundlich von einer jungen Frau von Anthurium begrüßt, die uns die wichtigsten Infos gab: Wo gibt es den Mietwagen, wen rufen wir an bei Problemen etc. Eine eiskalte Flasche Wasser für jeden hielt uns bei Laune, denn wir waren ziemlich übernächtigt. Dann den Mietwagen abholen, das war wieder eine unerfreulichere Angelegenheit. Wir hatten einige Mühe, unser gebuchtes Auto ohne irgendwelche Zusatzversicherungen zu bekommen und konnten leider auch nicht belegen, dass wir inkl. Flughafensteuern und zweitem Fahrer gebucht hatten. Man lernt immer dazu. Als wir endlich starten konnten, war auch der Tank nicht ganz voll, aber wir wollten nur noch los Richtung Ostküste.

Nun begann erst richtig der Urlaub. Wir fuhren durch Zuckerrohrfelder zu Wasserfällen, staunten über die Pflanzen am Wegrand, die mir alle als Topfpflanzen bei uns bekannt waren. Zwischendurch kauften wir im Carrefour ein, ein ziemlicher Kulturschock, der aber gerade typisch für die Insel ist. Wir besichtigten die Vanille-Cooperative und genossen dort auch noch ein gemütliches traditionelles Mittagsmenü mit Carri Crevettes und Rosé aus der Provence. Danach ging es hoch nach Hellbourg über Salazie.  Der Ort wirkte ziemlich verschlafen, einige Männer saßen am Straßenrand und hörten aus uralten Kofferradios einheimische Radiosender. In den Wald trauten wir uns noch nicht weil wir erst mal die Lage mit den Tigermücken peilen wollten. Unser Hotel war ok, wenn auch kein Luxusquartier. Umso gemütlicher war das Restaurant eingerichtet wie eine Auberge in den Vogesen und auch das Abendmenü war einwandfrei, drei verschiedene Carri Poulet, vorher Salade Achard, danach eine Crème Chou-chou und dazu natürlich ein guter Bordeaux zu durchaus normalem Frankreich-Preis. Am nächsten Morgen besichtigten wir noch die Villa Folio, wo wir eine sehr freundliche junge Führerin hatten, die uns alle Pflanzen riechen und schmecken ließ und gleich noch den Bewohnern vorstellte (die wohnen mittendrin und finanzieren sich dadurch Ihren Alterssitz!).

Dann fuhren wir weiter auf die Hochebene nach Plaine des Cafres. Mittags besichtigten wir zur Einstimmung das Musée de Volcan, wo wir richtig Lust auf die Vulkantour bekamen. Die Auberge de Volcan war mit Ihrem Mittagsangebot auch nicht zu verachten und sah innen wesentlich freundlicher aus als außen. Unser nächstes Hotel Les Geraniums hatte eine wundervolle Aussicht auf den Piton de Neige und angenehme Ausstattung. Allerdings war das Restaurant geschlossen wegen zu vieler Buchungsausfälle durch Stornierungen und die Abwasseranlagen waren ziemlich sanierungsbedürftig. Der Besitzer war jedoch sehr freundlich und bemühte sich sehr um uns. Für den nächsten Morgen bekamen wir ein frühes Frühstück und frische Schinkensandwiches für die Vulkantour.

Die Fahrt zum Vulkan morgens um halb acht war schon ein Erlebnis mit herrlichen Aussichtpunkten bei klarer Sicht. An der Plaine des Sables fühlten wir uns wie Neil Armstrong bei seinem Schritt auf den Mond, es war eine Mondlandschaft aus schwarzem Sand. Aber der Höhepunkt kam erst noch, als wir den äußeren Kraterrand erreichten und über eine gigantische Ebene zum inneren Krater blickten. Nach dem lockeren Abstieg merkten wir, welche gigantischen Ausmaße diese Ebene hatte und wie groß die Steine waren, übe die wir nun stundenlang klettern mussten, um schließlich den Aufstieg zum inneren Kraterrand zu schaffen. Es dauerte mehr als zwei Stunden, bis wir auf den inneren Kraterinhalt schauen konnten. Wir waren richtig ergriffen von den Ausblicken und schwer beeindruckt von den riesigen Ausmaßen des Piton de la Fournaise. So etwas hatten wir uns nicht vorstellen können. Selbst unser Sohn als Wandermuffel war versöhnt mit den Anstrengungen. Es war einfach gigantisch.

Am nächsten Tag starteten wir in Richtung Küste. Die Abfahrt über Le Tampon zeigte uns, wo die reichen Leute in Réunion wohnten. Es sah aus wie an den Corniches der Côte d’Azur. In St.Pierre verbrachten wir den Vormittag, da war mal etwas Shopping angesagt. Nachmittags fuhren wir wieder in die Berge nach Cilaos. Für diese Straße wäre eine funktionstüchtige Hupe hilfreich gewesen, aber unsere gab nach der zweiten einspurigen Stelle den Geist auf. Da half nur Mut und Risikofreude, für die wir wieder mit herrlichen Panoramablicken belohnt wurden. Als Cilaos vor uns lag, wussten wir, warum wir hierher wollten. Ein blitzsauberes Städtchen mit angenehmen Temperaturen umgeben von hohen Bergen, ein komfortables Hotel mit kühlem Pool, es war perfekt. Das Abendessen war etwas überportioniert, aber das Frühstück am Pool mit frischer Ananas und Bananen aus dem eigenen Garten, warmen Minicroissants, frischem Baguette und hausgemachter Ananas-Marmelade war einfach herrlich. Den Tag verbrachten wir bei einer Wanderung in den Bergen, wo ich wieder die vielen exotischen Pflanzen bewundern konnte, vor allem die blühenden Agaven. Übrigens auch hier von der Tigermücke keine Spur, auch im Hotel verstand niemand, warum deshalb die Touristen ausblieben. Am Abend noch ein kurzer Stadtbummel, denn die Geschäfte schlossen schon um sechs Uhr abends, Leider waren auch viele Restaurants und Bars geschlossen.

Am nächsten Tag ging es weiter, nun endgültig an die Küste zum Strandurlaub. An den Küstenorten bestaunten wir den Indischen Ozean, suchten in St. Leu aber vergeblich nach den legendären Surfern. Die sahen wir dann schließlich an unserem Strand in Boucan Canot, ein traumhafter Flecken. Das Hotel direkt am Strand war auch ein Traum an Komfort, sehr geschmackvoll eingerichtet, mit einem Palmengarten im Innenhof, einer wunderschönen Poolbar und einem herrlichen Restaurant direkt oberhalb vom Strand. Unser Balkon mit vollem Blick auf die Klippen und die Brandung war mein Lieblingsplatz.

Hier genossen wir drei Tage lang Strand und Pool,  aber auch eine Verpflegung auf höchstem Niveau. Abends ein kleiner Bummel an der Strandpromenade, wo am Wochenende sehr viele einheimische Familien und Jugendliche zu beobachten waren. Unser Sohn war mit Surfbrett (kostenlos geliehen im Hotel) unterwegs. Wir schnorchelten viel, als die Brandung am zweiten Tag etwas nachließ, es war total neu für uns, bunte Fische, Octopus usw. wie im Aquarium aber hautnah zu beobachten. Eine wunderschöne Zeit, die am Sonntag zu Ende ging. Wir verließen das Hotel am Mittag und fuhren die Küste entlang nach St. Denis. Eigentlich wollten wir in einem kleinen Dorf in den Bergen Mittag essen, aber es war unmöglich, ein offenes Restaurant zu finden. Es gab nur Imbissbuden, was uns sehr erstaunte. In St. Denis waren wir sehr enttäuscht, weil wirklich alle Geschäfte und auch die meisten Restaurants geschlossen waren. Eigentlich wollte ich hier noch mal shoppen, aber es war eben doch nicht wie an der Küste im Mutterland Frankreich. Alle Familien mit ihren Kindern waren scheinbar beim Picknick oder auf dem großen Spielplatz an der Uferpromenade.

Schließlich fuhren wir zum Flughafen und diskutierten noch etwas mit unserem Autovermieter, leider erfolglos. Nach der üblichen Wartezeit (auf dem Flughafen konnte ich noch ein paar Mitbringsel einkaufen, gar nicht teurer als auf dem Markt in St. Paul) klemmten wir uns wieder in den Flieger. Es ging mit einigen Turbulenzen zurück nach Hause. Wir waren uns einig, dass es unser bisher schönster und interessantester Urlaub war. Für mich war es auf keinen Fall die letzte Reise nach Réunion, ein traumhaftes Stück Frankreich mitten im Indischen Ozean.

Renate

 

 

 

 
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