Tag 4 bis 7 - Aldabra
Über Nacht erreichen wir den Höhepunkt unserer Reise, dem grössten Korallenatoll der Welt, ein Naturschutzgebiet und das Heim der weltgrössten Population von Riesenschildkröten: Aldabra! Dieser magische Name steht in Verbindung zu Cousteau, und macht uns klar, dass die Unterwasserwelt mindestens so faszinerend und überwältigend ist wie die Landfauna, wurde hier doch nur ca. 3 bis 400 Mal getaucht. Steilwände, Kanäle und die wunderschöne Lagune warten nur darauf von Ihnen erforscht zu werden. Hier eine kurze Beschreibung was uns an diesem atemberaubenden Ort erwartet:
Die Insel - Ein kleines Team von Rangern und Wissenschaftlern ist auf der Hauptinsel Polymnie ansässig. Hier kommen wir sofort in den Genuss der Riesenschildkröten, ca. 150'000 bewohnen Polymnie, die wirklich überall anzutreffen sind. Aufgebrochene Kokosnüsse zeugen von der Aktivität der Robber-Krabben, die mit ihren riesigen Scheren zu solchen Kraftakten fähig sind. Dem Gebiet des "zerstörten Weges", mit ihren tiefeingeschnitten scharfen Korallenfelsen, kommt der Spaziergänger am besten gar nicht erst in die Nähe. Wenn wir zur Forschungsstation mit der kleinen Kirche zurückwandern, finden wir den Friedhof, der von den Grünen Meeresschildkröten völlig übernommen wurde, um dort ihre Eier abzulegen. Sozusagen jede Nacht kommen einige weibliche Schildkröten an Land um den beschwerlichen Weg über den Strand bis hin zum idealen Nestplatz zurücklegen. Das Fehlen der üblichen Jahreszeiten für die Eierablage überrascht nach wie vor die Wissenschaftler, den überall sonst auf der Welt, halten sich die Meeresschildkröten daran. Dafür können wir jedoch sicher sein, dieses einmalige Spektakel beobachten zu können. Weiter im inneren der Insel treffen wir auf kleine Seen, wo wir sonnenbadende Quallen, die kopfüber im Wasser schweben, antreffen. Endlich erreichen wir die Lagune, die sich endlos mit ihrem türkisfarbenen Wasser erstreckt, und ihr Grün in den Wolken darüber spiegelt.
Die Lagune - Der Himmel ist ständig voll von schreienden Fregatten, Boobies oder Noodies, deren Partner sich in den Mangroven ausruhen. Pilzgeformte Steinblöcke, sie heissen Champignon, unterbrechen das blaue Wasser und geben den wachsamen Vögeln einen guten Ausguck. Herons stehen geduldig im seichten Wasser, tropische Vögel schweben elegant darüber hinweg; es ist ein eindrückliches Bild, auch für jene die nicht unbedingt Vogelfreunde sind! Wahrscheinlich das Beste hier, ist die Möglichkeit den Vogel Flightless Rail zu sehen, der ein naher Verwandter des ausgestorbenen Dodo's ist. Manchmal erscheint er recht scheu vor unseren Fotoapparaten, manchmal leider auch gar nicht !
Die Äusseren Riffe - Kilometer um Kilometer weit erstrecken sich Korallenformationen, Wälder in gelb, braun, rosa und violett geben uns einen gewaltigen Einblick in die Vielfalt der Unterwasserwelt. Alle grösseren Fische sind in immenser Anzahl vertreten, inklusive einiger Ueberraschungsbesuche von Hammerhaien oder Silberspitzen-Haien. Die "Stingray City" der Seychellen, welche sich an der nördlichen Küste befindet, ist ein Naturwunder. Im Unterschied zur Stingray City in der Karibik, kommen hier die verschiedenen Rochen ganz von alleine zusammen. Aldabra's Spezialitäten sind am einfachsten beschrieben durch die grosse Anzahl von Grünen- und Hakwsbill-Meeresschildkröten, oder der immensen Variation von verschiedenen Fischspezien, die sonst nirgends in den Gewässern der Seychellen anzutreffen sind, sehr zur Verwunderung der Wissenschaftler. Vielleicht die eindrücklichste der Grossfischarten sind die Barsche, die hier das Riff bewohnen. Sie sind einfach überall anzutreffen, und lassen sich durch keinen Taucher aus der Ruhe bringen. Wir können Aldabra mit der Einsicht verlassen, dass wir einen tiefen Einblick in das faszinierende Oekosystem der Unterwasserwelt bekommen haben, was nur einigen wenigen beschert ist. |