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28. November bis 13. Dezember 2002
28.11.2002
Ziemlich zerknittert nach fast durchwachter Nacht stellen
wir uns dem heißfeuchten Klima (werden wir
uns daran gewöhnen können?). Nach der Zollkontrolle
freundlicher Empfang durch Matthew, unserem Reisebegleiter
auf Mahé, wir fühlen uns direkt gut aufgehoben,
er organisiert für uns das Einchecken nach Praslin.
Die Aussicht während des kurzen Fluges zeigt uns,
wie klar das Meer hier ist, man sieht bis zum Meeresgrund.
Hier machen wir die Bekanntschaft
mit Marie-Lise, "unser"
guter Geist von Praslin. Sie begleitet uns zum Hotel "Maison des Palmes" und
kündigt sich für den späten Nachmittag an, um mögliche Ausflüge
mit uns zu besprechen. So haben wir Zeit, um "anzukommen". Hier entdecken wir
auch unsere Freude am kreolischen Essen, da schmeckt sogar das Erbsenpüree
wie ein Abenteuer.
29.11.2002
Zunächst bringt uns der Fahrer zur Cote d'Or,
wo wir von einem Boot abgeholt werden. Erstes Ziel
ist Cousin, ab November wegen der beginnenden Brutzeit
ein Vogelparadies der Extraklasse. Schon die Landung
am Strand mit dem Dingie ist ein besonderes Erlebnis.
In kleinen Gruppen werden wir von fachkundigen Einheimischen über
die Insel geführt und "entdecken" auf diese
Weise viele seltene und herrliche Vögel.
Von der Feenseeschwalbe über
braune Noddy, schwarze Elsterdrossel bis hin zum
langschwänzigen Tropikvogel reicht die Liste
der "Darsteller". Die Krönung ist dann, als
wir eine Karettschildkröte beobachten können,
die nach der Eiablage schwerfällig über
den Strand zum Meer robbt und wie ein Pfeil im Blau
des Ozeans verschwindet.
Auf Curieuse werden wir mit
einem wunderbaren kreolischen Picknick verwöhnt.
Schließlich wollen wir
auch hier noch an einer Führung durch den Mangrovenwald
zur Aufzuchtstation der Riesenschildkröten teilnehmen.
Das Ziel der letzten Etappe ist rasch erreicht, denn
der Inselbrocken St. Pierre liegt nicht weit von
Curieuse entfernt. Hier haben wir zum ersten Mal
die Möglichkeit
zum Schnorcheln. Und was wir nicht alles sehen. Leider
haben wir keine Namen für all diese unterschiedlich
schillernden Fische. Es ist ein Farbenrausch. Schließlich
löst
sich noch ein gepunkteter Adlerrochen vom Grund und
schwebt langsam vor uns her. Müde und glücklich
kehren wir von diesem Ausflug zurück.
30.11.2002
Vor der Reise hatte uns Herr Herold Michael als besten
Führer für das Valleé de Mai empfohlen.
Wir haben das auch so empfunden. Da wir zu zweit
mit ihm unterwegs sind, können wir jede Menge
Fragen stellen, haben genug Zeit um Fotos zu schießen.
Motive sind in diesem urwaldartigen Park mit seinen
Coco de Mer-Palmen und dem besonderen Licht im Überfluss
vorhanden, vor allem, als Michael uns auf die "Black
Parrots" hinweist, die in den Wipfeln der Bäume
nach Futter suchen.
02.12.2002
Die Bootsfahrt nach La Digue dauert nur ca. eine halbe
Stunde. Zeit genug, um mit der kreolischen Musik
Bekanntschaft zu schließen, die über Lautsprecher
auf dem gesamten Schiff zu hören ist. Auf der
Insel mieten wir erstmal zwei Räder, damit wir
die Umgebung erkunden können.
Zwei Ziele haben wir uns gesetzt. Zunächst suchen
wir das Naturschutzreservat, wo der schwarze Paradiesfliegenschnäpper
lebt. Nach kurzer Irrfahrt und neuerlicher Orientierung
finden wir uns zurecht, werden am Parkeingang in
einem Kurzvortrag in die Lebensweise dieses Vogels
eingewiesen.
Auf dem Weg dann, zum Glück
wurde uns eine Karte mitgegeben, sehen wir viele
interessante Dinge, aber zunächst leider keinen
Schnäpper. Auch unser Pfeifen lässt er
unbeantwortet. Ohne die Hilfe eines Reservatsmitarbeiters
hätten
wir nie einen Blick auf diesen seltenen Vogel werfen
können, aber er führt uns zu einem Nest,
wo wir Küken, Mutter und Vater beim Füttern
beobachten können. Einfach Klasse.
Nun erkunden wir die Anlagen
der ehemaligen Kokosplantage l'Union Estate. Aber
das eigentliche Ziel ist die Anse Source d'Argent.
Dieser Strand, umgeben von riesigen Granitfelsen
und saftiggrünen Palmwedeln, bietet ein atemberaubendes
Panorama und wir befinden uns mittendrin. Auf der Rückfahrt
- mit dem altbekannten Fahrer - machen wir einen Schlenker
durch den Süden Praslins, wo wir viel über
die verschiedenen Bananensorten lernen (Zubereitung,
Farbe, Größe) und auch die Möglichkeit
haben, diese genau anzuschauen. Wussten Sie, dass es
rote Bananen gibt?
03.12.2002
Marie-Lise bringt uns zum Flughafen und erledigt die
Formalitäten. Für Mahé rät
sie uns zu einer Sightseeingtour mit Francois, der
auch unsere ganz speziellen Wünsche, z. B. nach "architektonischen" Besonderheiten,
berücksichtigen können. Matthew nimmt uns
wieder in Empfang und umsorgt uns aufs Beste. Wir
fühlen uns nie allein und doch ist die Fürsorge
ganz unaufdringlich. Professionell gut, menschlich
warm.
Schon auf der Fahrt zum Allamanda
Hotel im Süden Mahés weist Francois uns
auf Besonderheiten hin. Das Hotel im Kolonialstil
ist mit allem Komfort ausgestattet. Es liegt wunderbar
- fast einsam - direkt am Meer. Die Bedienung im
Speisesaal ist sehr freundlich, nicht perfekt (nach
europäischem Maßstab, hier gelten einfach
andere Zeitmaßstäbe), aber absolut liebenswürdig.
Man hat es ja vorher nicht so richtig glauben wollen,
aber wir haben wirklich traumhafte Strände für
uns allein, einfach paradiesisch.
05.12.2002
Höhepunkte sind der Jardin du Roi mit unzähligen
fremdartigen Gewürzsträuchern, der Morne
Seychellois Nationalpark mit Teefabrikbesuch an der
Sans Souci Road und herrlichem Aussichtspunkt, welcher,
umgeben von mystischen Sansdragon-Bäumen, einen
atemberaubenden Ausblick auf die Ostküste der
Insel erlaubt.
Der Besuch in Victoria wird
davon bestimmt, ob und wo wir typische kreolische
Musik finden können.
Aber Francois weiß immer Rat. Ehemalige Pflanzerhäuser
finden wir beim Ecomusée, dem Craft Village
und L'institi creol.
08.12.2002
Harald hat mit Matthew einen ganz besonderen Ausflug
arrangiert. Nach dem Motto "Nichts ist unmöglich" beginnt
der Tag mit dem bestellten Blumenstrauß: Rosen!
Eine Fahrt zur Insel Cerf, ein
Strandtag an einem - fast - menschenleeren Strand,
versorgt mit köstlichem
Obstkorb, Sekt und kreolischen Buffet (sagenhaft
gut) im Strandrestaurant bei Edmee Calais, eine Dingiefahrt
zu den Korallen zwischen Cerf und Longisland zum
Schnorcheln.
So ein schöner Tag für alle
Sinne! Im Hotel steigt die allwöchentliche
"Fete". Musiker reisen an und trotz anfänglicher
technischer Schwierigkeiten wird es ein langer Abend
und eine lebendige Nacht.
09.12.2002
Von Mahé geht's per Helicopter nach Silhouette
zur Silhouette Lodge. Natürlich
überfliegt der Pilot erstmal die Insel. Dieses
Gefühl, wenn er sich dem Bergkamm nähert
und man meint, jetzt könne er aber noch ein bisschen
höher fliegen, weil er doch schon fast die Baumwipfel
streift, und man dann doch mit jeder Menge Luft zwischen
Helikopter und Erde darüber hinwegsaust, ist einfach
unglaublich.
Diese letzten drei Tage unserer Reise bilden die
Krönung
an Komfort, Wohlbefinden und Entspannung. Der Bungalow
liegt direkt am Meer und bei Flut sind die Wellen nur
wenige Meter von der Tür entfernt. Das Essen
ist reichlich und sehr gut, der Service stilvoll
und die Menschen auch hier sehr freundlich.
Von unserem Plan, zu Fuß zur
Anse Mondan zu wandern und uns dort später von
einem Boot abholen zu lassen bringen uns die Einheimischen
ab und raten uns zu umgekehrter Reihenfolge. Denn
manchmal laufen die Wellen so hoch auf, dass das
Boot gar nicht landen kann und dann müssten
wir auch wieder zu Fuß zurücklaufen.
Gut geraten, denn das Boot konnte
tatsächlich
nicht landen. So fahren wir zwar unverrichteter Dinge
von dieser Bucht zurück, finden aber in südlicher
Richtung eine nicht weniger reizvolle Bucht zum Baden.
Sogar bei meiner Suche nach den
"Flying foxes" ist man mir behilflich und weist mir
den Weg zu den Brotfruchtbäumen, wo ich sicher
welche in der Dämmerung antreffen kann.
12.12.2002
Am Vormittag werden wir per Helikopter wieder nach
Mahé gebracht und müssten nun eigentlich
bis nachts auf unseren Rückflug nach Deutschland
warten. Wir fragen Matthew, ob es eine Möglichkeit
gibt, den letzten Tag noch irgendwo am Strand zu
verbringen.
Und er hat sich was einfallen lassen. Diese Improvisationsgabe
bei Sonderwünschen ist phänomenal und wir
danken ihm sehr für seinen Einsatz.
So fahren wir also am letzten
Tag zur Anse Beau Vallon zu einem Hotel, wo wir nach
einem letzten Strandtag auch die Gelegenheit haben,
eine gute Dusche zu genießen.
Nach dem Abendessen holt uns Matthew ab, am Flughafen
kümmert er sich um alle Formalitäten. Wir suchen derweil einen Platz
im Restaurant, bestellen kalte Getränke und warten etwas wehmütig
auf den letzten Aufruf zum Abflug.
Jutta und Harald
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