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Seychellen - Reisebericht von Petra & Dieter

Silberhochzeitsreise vom 13. bis 30. Oktober 2003

Lange überlegten wir, wo die Reise anlässlich unseres 25jährigen Hochzeitstages hingehen sollte. Zwar waren die Seychellen schon seit Jahren ein Traumziel von Petra, aber auch in Anbetracht des nicht ganz billigen Reisezieles war das Schlusswort noch nicht gesprochen. Zur endgültigen Entscheidung führte dann unser Besuch auf der ITB im März 2003, bei dem wir am Seychellen-Stand von Angelika Maurer wichtige Informationen und vom Veranstalter Blue Ocean Travel eine kompetente Beratung und ein interessantes Angebot erhielten.

Am 13. Oktober 2003 war es dann soweit. Nach einem angenehmen Flug mit Air Seychelles von Paris landeten wir pünktlich um 7.30 Uhr in Mahé. Die Passkontrolle erfolgte zügig und problemlos. Wir dachten, nun noch das Gepäck einsammeln und der Urlaub kann beginnen. Leider kam es anders, unser zweiter Koffer mit der gesamten Schnorchelausrüstung und Dieters Sachen ist nicht mit uns angekommen. Wir waren etwas genervt, aber zum Glück erschien Matthew von Blue Ocean Travel und war uns bei den weiteren Formalitäten behilflich. Mit Händen und Füßen und einigen verschollenen Englischkenntnissen konnten wir uns verständigen. Er beruhigte uns und meinte der Koffer kommt in der Regel spätestens in drei Tagen nach. Uns blieb also nichts weiter übrig und wir stiegen in ein kleines Propellerflugzeit, dass uns 15 Minuten über den indischen Ozean flog und heil auf Praslin absetzte - so bekamen wir die ersten Eindrücke dieser herrlichen Inselwelt und wir freuten uns auf unsere erste Reiseetappe.

6 Tage auf Praslin
Dort empfing uns Marilise und brachte uns zu unserem Hotel Coco de Mer - Bungalow mit Meerblick und Hängematte vor der Tür - wie im Film. Die Hotelmanager, Herr Behari und Christina waren sehr freundlich und sprachen auch noch deutsch mit uns. Wir waren begeistert. Die Sonne strahlte und die Luft war angenehm warm bei ca.  28 Grad. Jetzt erstmal leichte Garderobe für Dieter besorgen. Marilise fuhr mit uns in das Dorf Grand Anse in die dortigen „Boutiquen“. Mit Müh´ und Not fanden wir das Nötigste. Der Koffer kam, wie Mathew prophezeite, am Nachmittag des dritten Tages. Das Glück war perfekt.

Per Fuß, per Fahrrad (trotz Steigungen von bis zu ca. 35 %) und mit dem Bus eroberten wir die Insel. Sehr sehenswert der Palmenwald - das Vallèe de Mai. An der wunderschönen weißen Anse Lazio mit den ausgewaschenen Granitfelsen hatten wir riesigen Badespaß und schöne Schnorchelerlebnisse am östlichen Rand; dort knackten wir die erste Kokosnuss.

Unbedingt zu empfehlen ist der Ausflug zu den Inseln Cousin, Curieuse und St. Pierre. Die Vogelinsel ist sehr beeindruckend, auch die großen Takamaka- und Kasuarinen-Bäume, die Mangrovensümpfe und die Riesenschildkröten auf Curieuse. Der Höhepunkt war dann die Schnorcheltour vor St. Pierre; in dieser vielfältigen Unterwasserwelt sahen wir neben vielen bunten Fischen eine riesige Schildkröte. Das war sehr beeindruckend.

5 Tage auf La Digue
Die Überfahrt nach La Digue genossen wir bei ruhiger See. Wir fuhren dann nicht mit dem sensationellen Ochsenkarren, sondern mit einem Taxi zur Flycatcher`s Lodge. Eine sehr schöne Anlage mit großzügig gestalteten Bungalows und gutem Essen.

Was soll man zu dieser Insel sagen? Diese idyllische Stille, die üppige Vegetation und dazwischen die Häuser im Kolonialstil waren umwerfend. Wir liehen uns sofort Fahrräder aus und los ging es. Erstmal mit dem Rad bis zur Grand Anse und dann weiter per Fuß über die Berge an der Anse Petite vorbei bis zur Anse Cocos. Da es bis dahin nur wenige Touristen schaffen, waren wir am nördlichen Strandabschnitt, wo man in einem Felsbecken super baden konnte, für einige Stunden allein.

Am dritten Tag überraschte uns ein heftiger Regenguss und wir blieben zwei Stunden im Wasser an der Anse Patatran, wo man auch sehr gut Schnorcheln konnte.

Am nächsten frühen Morgen wanderten wir auf den 333 m hohen Berg Nid d`Aigles und hatten eine fantastische Aussicht bei klarem Himmel.

Dann der „Werbe“-Strand - die Anse Source d`Argent. Einfach gigantisch, dieser weiße Sand und die verschiedenen Felsformationen. Besonders romantisch hier auch der Sonnenuntergang.  Wir hatten uns vorgenommen, einen Rundgang durch den Park Veuve Reserve zu machen, um vielleicht den Paradise Fliegenschnäpper zu treffen, aber leider war die Zeit um und es ging wieder zurück nach Mahé.

5 Tage auf Mahé
Diesmal stand Mathew in Begleitung von Cyril am Flughafen, der auch deutsch sprach. Angekommen bei Daniellas Bungalows fühlten wir uns sofort zu Hause. Sehr gepflegte familiäre Anlage und eine herzliche Begrüßung  durch die Hausherrin. Das Essen war echte Hausmannskost; es gab mehrmals sehr leckeren Fisch.

Der nächste Tag fing mit leichtem Regen an und wir nahmen uns die Inselkarte, um eine Tour auszuwählen. Die Wanderung von Bel Ombre  zur Anse Major sollte es sein. Dort kamen wir glücklich an und erfrischten uns im Meer. Dieter hatte jedoch gelesen, dass man von dort weiter wandern könnte in Richtung Bai Ternay. Ich hatte dazu keine Lust, aber da wir an der Anse Major Margarete und Beat kennen gelernt haben, beschlossen wir, gemeinsam weiter zu wandern. Wir kämpften uns durch die Büsche Berg hoch und Berg runter. Nach mehr als 1 Stunde umherirren sind wir an einer traumhaften kleinen Bucht gelandet (sie soll Liebeskummerbucht heißen). Ich schlug vor, hier eine Pause zu machen und dann den Heimweg anzutreten. Aber unsere Männer zog es weiter. Dann ca. 30 Minuten später, rutschte ich von einem nassen Felsen und verletzte dabei meinen Fuß. Mit viel Mühe gelang es mir, wieder zurück zu dem kleinen Strand zu kommen. Da mein Bein sehr schmerzte und ich kaum auftreten konnte, blieben Dieter und ich an der kleinen Bucht. Margarete und Beat wollten zurückgehen und Hilfe holen. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Ich setzte mich auf einen Felsen, da die Flut kam. Dort war ich nicht allein; viele Krabben liefen herum. Fand ich nicht so lustig. Weil wir nun Durst bekamen, begann Dieter, etliche Kokosnüsse aufzuschlagen und wir tranken die Milch. Ich legte mich später an den Strand und versuchte keine Angst zu haben. Gegen 23.30 Uhr sahen wir ein Licht im Wald. Da wir auf ein Boot warteten war uns das Licht nicht geheuer. Als wir dann immer mehr Lichter sahen, wussten wir, jetzt kommen unsere Retter.

Nun konnte nichts mehr schief gehen. Aber es sollte noch nicht zu Ende sein. Als wir in einem Schlauchboot saßen, dachten wir, jetzt hat die letzte Stunde geschlagen. Na ja, irgendwie erreichten wir das Polizeiboot. Aufgrund des hohen Wellenganges wurde mir so übel, wie noch nie in meinem Leben. Etwa gegen 4.00 Uhr lagen wir glücklich im Bett. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Cyril, Mathew, Roland von Blue Ocean Travel, an unsere Schweizer Wanderfreunde und die übrige Mannschaft einschließlich dem treuen Hund.

Aus den übrigen drei Tagen machten wir das Beste. Am Tag unserer Silberhochzeit erkundeten wir diese vielfältige Insel vom Sitz eines Taxis mit vielen Eindrücken;  Stopp am Port Launey (Dieter machte eine kurze Schnorchelrunde), Besichtigung der Mission Ruins (Schule für Kinder ehemaliger Sklaven), der Tee-Manufaktur, des Maleratelliers von Michael Adams, des Kunsthandwerkerdorf „Kraft Village“, der wunderschönen Anse Intendance und zwischendurch schöne Ausblicke über die Westseite Mahés, dann durch Viktoria zurück. Abends wartete dann noch ein Present von Blue Ocean Travel und unserer Gastgeberin auf uns und wir ließen den Tag zusammen mit unseren Schweizer Bekannten ruhig ausklingen.

Am letzten Urlaubstag relaxte ich an der Beau Vallon Beach und Dieter machte Victoria unsicher.

Unsere Schnorcheltour zum Sainte Anne Nationalpark mussten wir wegen meiner Verletzung ausfallen lassen, aber vielleicht beim nächsten Mal… .

Den Rückflug habe ich dank des guten Verhandlungsgeschicks von Mathew sehr gut überstanden. Wir hatten Flugplätze in der ersten Reihe. Somit konnte ich mein Bein auf einer verstellbaren Stütze hoch lagern und hatte nur wenig Schmerzen.

Fazit
Herrliche Natur, fast immer Sonnenschein, freundliche Seychellois und sehr guter Service von Blue Ocean Travel.

Herzliche Grüße aus Berlin von

Petra & Dieter

Anse Cocos

Auf La Digue

Sonnenuntergang

Vallee de Mai

Schulmädchen auf Mahé

Die Retter

 
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