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21. August bis 04. September 2004
Eine Reise fängt ja eigentlich
schon mit der Idee an, wo man seine kostbarste Zeit
im Jahr verbringen möchte. Dies mal: Seychellen.
Informationen im Internet im Überfluss, klassische
Reiseveranstalter halten sich eher zurück (falsche
Klientel?)
Blue Ocean Travel kommt ins
Spiel, bestes Preis/Leistungsverhältnis, sehr
freundlicher, persönlicher Kontakt. Also buchen.
Mahe und Praslin im Kombipack. Coral Strand und La
Vanille, letzteres als Ersatz für ein bereits
ausgebuchtes Haus (im Nachhinein war´s gut so).
Endlich,
Anreise nach Frankfurt/Main per Bahn, mit Air Seychelles über
Zürich
(Sitzkomfort ist leider nicht berauschend (bin 1,90m)
und schon empfängt
uns Blue Ocean Travel´s Cyril freudestrahlend. Klamotten
ins wartende Taxi und ab ins Hotel. Cyril kommt morgen
und will uns einiges erzählen. Endlich
das Meer vor den Füßen, wunderbar, ein
Seufzer. Hotel ist gut, alles flott erledigt, die übliche
halbtägige Eingewöhnung - wo
ist wann was - und nach dem Nachtflug erstmal
ausschlafen.
Am nächsten Tag klasse
Frühstück
am Wasser, faulenzen im Wasser und wieder Essen… Dann
bringt Cyril gute Laune, viel Zeit und gute Infos
mit.
Tags darauf machen wir einen
Inselausflug mit dem "hauseigenen" Taxifahrer
von gestern. Er spielt Fremdenführer und zeigt
und erläutert Dinge,
die wir alleine nie gefunden oder erkannt hätten.
Die Eindrücke sind überwältigend,
wunderbare Landschaften, immer ein Blick zum Meer
und den Postkartenstränden.
Im "Garten der Gewürze" dürfen
wir riechen, schmecken, fühlen.
Im Handwerkerdorf schauen wir hinter die Kulissen
- aufwendige Handarbeiten.
Die Strände der Süd-Ostküste
sind unverschämt, eigentlich
viel zu groß für uns zwei, denn es sind
eben nur wir da. Unser Chauffeur sammelt in der Zeit
Kokosnüsse für uns. Nach der Mittagspause
in einem schönen Strandcafe soll es über
das Bergmassiv des Morne Seychellois Nationalpark
zurückgehen, aber wir müssen umkehren,
ein Wolkenbruch macht die erhoffte Fernsicht zu einem
Blick in die Suppenschüssel und die
Strasse wird zum Wasserfall. Der Tag war nicht anstrengend,
aber die Eindrücke
wollen erstmal verarbeitet werden.
Dies am besten
bei einem Spaziergang, und nach einem ausgedehnten
leckeren Abendbuffet, am langen Beau Vallon Strand,
dieser plötzlich
ungewohnt überfüllt von 20-30
Einheimischen, die mit Stöcken auf alles Greifbare
rhythmisch einschlagen und damit eine Musik erschaffen,
die wirklich den echten Creole Spirit wiedergibt.
Fantastisch! Pure Lebensfreude!
Dann am Morgen um
fünf Uhr aufstehen, jaja, schon recht. Oben
auf dem Dach des Hotels gibt es eine 6 qm Plattform
als Sternwarte (arbeitet wissenschaftlich mit Deutschland
zusammen), und Herr Isnard macht die Vorstellung
nur für
uns. Grandios, Galaxien, Sternennebel und der Jupiter
mit seinem Ring. Alles freundlich und verständlich
erläutert, Top. Und dazu rauschen die "Fledermäuse" (Fliegende
Hunde) um unsere Köpfe, ganz schön gruselig.
Dennoch, erstmal wieder ins Bett, bevor der nächste
Tag wieder mit Relaxen beginnt. Schwärme
von Fischen im bauchtiefen Wasser nur ein paar Meter
von Strand weg führen
dazu, dass uns bald Schwimmhäute wachsen…
Cyril
hat uns ein Auto vermittelt, das der Blue Ocean Travel
Partner eigentlich nicht anbietet, einen der letzten Mini
Moke (15 Jahre alt?), aber den wollte ich haben,
und: "Kunde ist eben König". Durch
den Norden von Mahe und nach Victoria, ein neues
Erlebnis. Wie kann es sein, dass alle
Manschen so unglaublich freundlich sind, lachen und
grüßen?
Am nächsten Tag Barbecue,
inszeniert durch Blue Ocean Travel. Ausnahmsweise
machen wir es zusammen mit einem Ehepaar aus dem
Nachbarhotel, üblicherweise
ist das für jeden Gast alleine
geplant - Wow! - und
alle inklusive im Arrangement. Ob das ok ist? Na
klar ist es das. Also wieder privat zum neuen Traumstand
kutschiert, lassen wir es uns am und im Wasser gut
ergehen und werden kulinarisch verwöhnt. Es
gibt sogar Wein (Südafrika),
und der kostet auf den Seychellen tatsächlich
ein Vermögen.
Und schon ist die erste Woche
vorbei. Mit dem Propellerflieger nach Praslin am
Samstag. Cyril war schon vorab zur Stelle, hilft
beim Koffertragen, Einschecken usw.... Inhaber der
Bordkarten (schön bunt und frühstücksbrettgroß,
aber als Souvenir verweigert) mit dem Vermerk "blanc" -
obwohl wir schon braun waren - durften los.
Nach 15 Minuten empfängt uns
Mariona mit strahlendem Lächeln. Privattransfer
zum Hotel, Mariona kommt
gleich nach.
Erst denkt man, gleich ist Sackgasse,
vielleicht noch eine Holzhütte. Aber
dann: La Vanille, liegt wunderbar in der Landschaft, überschaubar,
die Wellen schlagen bei Flut unter die Holzkonstruktion
des Strandrestaurants. Wer hat so schon mal auf den
indischen Ozean gefrühstückt??? Die Zimmer
sind grandios, edel eingerichtet, Bad mit Whirlpool,
und mit Granitfelsen als natürliche
Wände in die Landschaft integriert. Toll! Es
gibt sogar TV und DVD Player im Standardzimmer, an
der Rezeption gibt es Massen an DVD zu leihen und
es gibt sogar Nachbarn, die leihen sich diese tatsächlich
täglich und gucken
einen Film nach dem anderen. Teures Kino am Äquator
- na wer´s mag … Aber
so hatten wir den Strand wieder meist für uns
alleine.
La Vanille ist übrigen,
man glaubt´s kaum, nur ein 2-Sterne-Haus, wahrscheinlich
weil nachts das Wasser abgestellt wird und man nach
dem Toilettengang Spülwasser
aus einem Eimer schöpfen muss - völlig
belanglos!
Hier hatten wir zweimal etwas
Pech, eine defekte Klimaanlage verursacht einen Umzug
in ein anderes Zimmer, ein Superior, aber ohne Mehrkosten.
Einsatz und Einstellung des Hotelmanagers sind vorbildlich.
Und dann am vorletzten Tag nachts Geräusche,
leider kein Gecko sondern eine Ratte, die gerade
die Silikonmundstücke
der Schnorchelausrüstung verspeist, und man
sieht, sie war überall,
in der Dusche, im Schrank - und im Bett? Am
nächsten Morgen,
der Chef sieht schon unseren Gesichtsausdruck und
denkt bestimmt "die schon
wieder", wird das Zimmer so akkurat gereinigt
und desinfiziert und die Jagdsaison eröffnet,
dass nie wieder etwas von dem Untier zu sehen war.
Aber
zurück zum Strandrestaurant, beim dem Ausblick
kann man nur ins Träumen
geraten, dann nach ausgiebigem Frühstück
mit Ei-Variationen nach Wunsch und viel Obst (Passionsfrucht
ist supersauerlecker), neue Aktivitäten…
Das
Vallee de Mai versetzt uns tatsächlich in die
Vergangenheit, in eine Legende. Ausmaße und
Ausprägung dessen, was die Natur hervorbringt,
sind nicht zu beschreiben. Dinosaurier hätten
noch gefehlt.
Eine Tagestour nach La Digue
muss ebenfalls sein, wenngleich das Meer recht unruhig
war, und wer das nicht vertragen kann - na ja -.
Fahrrad mieten und los zu Grand Anse und Anse Cocos.
Wer es nicht live sieht, glaubt es nicht, kein Wort
und kein Bild kann das ausdrücken. Von einem
Strand zum nächsten über
die Granitfelsen klettern, auch davon bleibt die
Luft weg… Auf dem Rückweg über
den 200-300 Jahre alten Friedhof, eine Kulisse für
Edgar Wallace. Gut, das es hell ist und die Sonne
scheint.
Und dann: Anse Source D´Argent,
kennt bald jede/r, von der Bacardiwerbung oder so.
Aber tatsächlich
meint man in eine andere Welt versetzt worden zu
sein. Das Wasser umspielt Granitfelsen, Granitberge
im Hintergrund. Und du bist wieder allein. Gut, dass
man sich in dieser Natur klein und unwichtig vorkommt,
so ist es nämlich. Für
solche Erlebnisse kann man dankbar sein.
Zurück
mit dem Schiff, der letzte Bus fährt trotz Plan
nicht, der freundliche Constable in Uniform pickt
im Stockdunkel ein Auto heraus, tatsächlich
ein Taxi, und man kennt sich natürlich, gut
für
uns.
Wieder faulenzen, schnorcheln,
lesen, dem Fischer zusehen, wie er zu Fuß in
der Lagune mit angespitztem Bambus Fische fängt,
und den Octopus für
den Salat heute abend. Ein Kurztrip zur Cote d'Or
mit dem Public Bus (muss sein!), auch hier nur eine
Handvoll Menschen.
Dann die Abschlusstour aus den
vielfältigen Möglichkeiten auserwählt:
Cousin, Curieuse und St. Pierre. Wer Natur- und Tierfreund
ist, sollte sich das nicht entgehen lassen: Tipp:
Eine Mütze allein reicht für Cousin nicht,
ein kleiner preiswerter Schirm ist perfekt, so schützt
man sich vor Unmengen an frischem Vogelkot am besten.
Das wäre nun etwas für Hitchcock, aber
der Himmel ist teilweise tatsächlich übersät
von Vögeln,
die wir kaum wieder sehen werden (außer hier).
Auf der Erde und in den Bäumen brüten sie
zum Greifen nah, aber Vorsicht, wer nur nach oben
staunt, stolpert über Oliver, den 120 jährigen
George und andere Riesenschildkröten
- frei lebend natürlich.
Weiter nach Curieuse
zum BBQ Picknick. Eine Wanderung über die Insel
und ein Schnorcheltrip zu St. Pierre schließen
den Tag aber noch nicht ab.
Bei der Fahrt zurück
hat unser Kapitän (16 Jahre alt?) genauso
viel Spaß wie wir. Vorbei an wunderbaren, von
Landseite kaum zugänglichen
Stränden rund um Praslin (unser Favorit: Anse
Georgette direkt neben Lazio) fegt er mit dem Speedboot
durch die Wellen, lacht und jubelt vor Vergnügen
und wir sind nass. Aber das sind wir ja vom Schnorcheln
eh noch etwas.
Eine Supertour, natürlich
wieder geholt und zurückgebracht
vom Privatchauffeur. Klasse Klasse.
Tja, die Zeit
vergeht, also wieder packen, die letzten sehnsüchtigen
Blicke zum Horizont… um fünf Uhr morgens
am Flughafen steht Mariona schon wieder bereit.
Wir brauchen eigentlich gar nichts machen, es wird
eingecheckt, alles durch bis Frankfurt/Main, prima.
Auf Mahe lauert uns Cyril wieder auf (hat denn hier
jeder seine privaten Betreuer?), ob alles gut war,
ob er noch was tun kann - man
fühlt sich kaum als Kunde, eher als Freund.
Dann geht’s ohne Zwischenfälle,
aber leider mit olympiareif auf den Sitzen turnenden
Kindern vor der Nase zurück.
Hier nun noch einpaar
Eindrücke, die noch nicht zur Sprache gekommen
sind, aber die zu den ungewöhnlichen, fantastischen
und eindrucksvollen Erlebnissen dennoch dazu gehören:
Alles
ist extrem teuer und in Devisen zu bezahlen. Touren
wie La Digue und Vallee de Mai kann man gut in Eigenregie
machen, aber manchmal ist es besser organisiert zu
touren:
Eintritt Vallee de Mai 15 €, ein
herumlungernder angeblicher Guide hat die Führung
für 20 € zusätzlich angeboten, - nee
danke -, Fähre La Digue 19 €, das Fahrrad
dort 10 €. Sonstige Eintritte
immer 5 € aufwärts, eine Cola kostet im
Hotel 3 €, ein Bier 4 €.
'Ne Flasche Wein, auch bei Selbsteinkauf im Store
30 €. Der Mini Moke kostet
60 €, ein normaler Mietwagen 70 €, mit
Chauffeur 130 €, aber das
z.B. lohnt sich. Zur Beruhigung: Der Public
Bus kostet wie eh und je 1 Rupie wann immer man neu
einsteigt, das sind 15 Cent.
Wer schon mal auf den
Seychellen war wie ich (15 Jahre her), der ärgert
sich sicher über diese Preise, aber dennoch:
Ein unvergesslicher Urlaub in
einer freundlichen intakten berauschenden Welt -
und: vorbildlich organisiert - Wie heißt
es bei der e-bay Bewertung so schön: "Immer
gerne wieder".
Claudia und Volkhard
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