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Seychellen - Reisebericht von Sabrina & Thomas

29. April bis 15. Mai 2005

Unser heißersehnter Traumurlaub begann Freitag abends um 20.55 Uhr mit dem Condor Direkt-Flug München - Mahe. Neun Stunden Flug, welche durch die Nacht wie im „Flug“ vergingen.

Entspannt und voller Erwartungen verließen wir am nächsten Morgen das Flugzeug, auf der größten Insel der Seychellen Mahé. Beim Anblick der vielen kleinen Inseln, die man schon aus dem Flugzeug erblicken konnte, durchfuhr uns schon ein aufregendes Gefühl. Nachdem wir nun aber diese Natur live vor uns hatten, machten sich vor lauter Überwältigung kleine Freudentränen bemerkbar.

Auf Mahé wurden wir sogleich von Mathew, einem der vielen netten Guides von Blue Ocean Travel empfangen. Mathew überreichte uns ein Welcome-Souvenir und half uns beim Check-in für den Weiterflug. Von Mahé aus ging es mit einer kleinen Propeller-Maschine weiter nach Praslin und von dort per Taxi zum Jetty, wo wir mit einer Fähre nach La Digue, unserer ersten Urlaubsinsel übersetzten.

Dort angekommen inspizierten wir zuerst einmal unsere Unterkunft in der traumhaften La Digue Island Lodge, dem einzigen Hotel auf der Insel. Wir wohnten in einem wunderschönen Gartenchalet, dessen Spitzdach mit Palmenblättern bedeckt ist und von der Einrichtung keinen Wunsch offen ließ. Unser Urlaub konnte beginnen!

Gegen Abend erkundeten wir zuerst einmal die nähere Umgebung: Weißer Strand, viele Strandkrabben in unterschiedlichen Größen und Farben, vor denen ich anfangs noch etwas Respekt hatte, wie sich aber herausstellte sind dies ganz imposante Tierchen, welche nur ihrer Aufräumfunktion an den Stränden nachgingen, völlig harmlos. Jede Menge exotische Bäume, Palmen, Vögel einfach: Natur pur!

Auf dem Rückweg überfiel uns noch gleich  ein richtiger tropischer Regenschauer, der uns zwar total durchnässte, aber eine willkommene Abwechslung war.

Unseren ersten ganzen Tag verbrachten wir zum akklimatisieren und einfach nur zum Relaxen am Hotelstrand, von dem man eine wunderschöne Sicht auf die Ile Ronde hat.

Montag morgens hatten wir ein Treffen mit der netten Hotelmanagerin Simone und unserer Guide Farah, einer sehr hübschen jungen Seychelloise. Wir wollten auf diesen Trauminseln nämlich nicht nur Urlaub manchen, sondern uns hier in dieser romantischen und einmaligen Natur das Ja-Wort geben. So besprachen wir die letzten Details, wie Farben des Brautstraußes, Ort, Uhrzeit usw. für unsere Traumhochzeit am 05.05.05.

Nachmittags liehen wir uns dann beim Fahrradverleih, der sich in unmittelbarer Nähe des Hotels befindet, für 2 Tage Mountainbikes; zwar etwas klapprig, aber die Bremsen funktionierten, worauf man großen Wert legen sollte. Das eigentliche Fortbewegungsmittel auf La Digue ist das Fahrrad. Es gibt nur wenige Autos auf der Insel. Einheimische und Touristen bewegen sich größtenteils mit Rädern, zu Fuß oder mit den Ochsenkarren fort, bei deren Anblick man meint, die Zeit sei hier irgendwann mal stehen geblieben.

Unsere Minitour ging nicht länger als ca. 10 Minuten bis wir den L ´Union Estate erreicht hatten, einen Park mit Kokosplantagen, einer Kopramühle, dem ersten Friedhof auf La Digue und nicht zuletzt  den von uns ach so heißersehnten „Riesenschildkröten“.  Die meisten schliefen bei der tropischen Mittagshitze oder kauten ganz genüsslich irgendwelche Früchte, die von den Bäumen in ihr Gehege gefallen waren. Als ich diese, man möchte gerade sagen „Urzeitviecher“ zu sehen bekam, war ich nicht mehr zu halten: Ein kleiner Sprung über die ca. ein Meter hohe Mauer und ich war bei den Kolossen. Im Vergleich zu diesen Tieren kommen einem die hiesigen griechischen Landschildkröten wie eine Miniaturausgabe vor.

Es war sehr schwierig für Thomas, mich von diesen Tieren wieder loszubekommen. Ich genoss deren Anblick und sie das Streicheln an ihrem langen Hals, den sie  immer weiter herausstreckten. Schnell noch ein paar Photos (ca. 30 Stück!) gemacht und wir schwangen uns wieder auf unseren Sattel, um nun den wohl bekanntesten Strand der Welt zu begutachten: Die Anse Source D´Argent, der Strand, an dem u.a. die Barcadi Werbung gedreht wurde.

Da standen wir nun an dem Traumstrand der Seychellen. Dem Strand mit den einmaligen riesigen Granitfelsen und dem tollen  Riff. Es war wirklich einmalig schön und bleibt uns unvergessen!  Wie sich später noch rausstellte auch für Hochzeitsfotos eine super Kulisse. Dort genossen wir den Tag zwischen den Felsen, beim Schnorcheln und beim Sonnenbaden am Strand.

Am Dienstag entdeckten wir die Insel in die entgegengesetzte Richtung. Vorbei am kleinen Hafen, wo es vergleichsweise etwas turbulenter als an anderen Plätzen der Insel zugeht und es auch ein paar nette, kleine Geschäfte gibt. Durch tropische Landschaften in denen kleine Minibananen wachsen, vorbei an Felsen mit Schlammspringern, kleinen schwabbeligen Tierchen, die zwischen Land und Wasser leben bis hin zur Anse Fourmis, wo plötzlich die Straße endete. Da wir zwar wussten, dass der Weg irgendwo weiterging, dieser aber von Gebüsch verdeckt war, beschlossen wir, den restlichen Tag uns dort am Strand niederzulassen.

Am Abend machten wir noch bei einem Sunset-Cruise mit. Diese Fahrt geht am späten Nachmittag mit einem Boot rund um die Insel. Man hält mitten auf dem Meer an, der Motor wird abgestellt und man kann ganz in Ruhe bei leckeren Häppchen und frischem Kokossaft den Sonnenuntergang beobachten. Romantik pur! 

Den Mittwoch verbrachten wir noch gemütlich, sozusagen als  Ruhe vor dem  anstehenden Sturm (Hochzeit) am Hotelstrand.

Am nächsten Tag war es dann endlich soweit. Morgens um 10 Uhr am Strand der La Digue Island Lodge war für unsere Hochzeitszeremonie eine aus Palmen und verschiedenen Blüten wunderschöne Hochzeitskulisse errichtet. Hübsch zurechtgemacht warteten wir ziemlich aufgeregt und voller Vorfreude in unserem Chalet auf unsere Trauzeugen Simone vom Hotelmanagement und Farah von Blue Ocean Travel, die uns kurz vor 10 Uhr abholten und an den Strand führten. Zuvor überreichten sie mir noch den herrlichen aus Frangipani Blüten angefertigten Brautstrauß.

Während  die Standesbeamtin Frau Payer uns traute, hielt der Fotograf diesen unvergesslichen Moment für uns fest. Nach dem Champagneranstoß fuhren wir mit dem Taxi nochmals an die Anse Source D´Argent, wo wir für weitere Weddingbilder Model standen. Der Tag verging leider viel zu schnell. Zum Ausklang wurden wir noch mit einem  Candlelight-Dinner, das etwas abseits von den anderen Gästen im Garten stattfand, überrascht. Noch heute wünschen wir uns an diesen unvergesslichen Tag in dieser traumhaften Umgebung zurück.

Freitags spazierten wir dann nochmals zu „unseren“ Schildkröten und zu der Anse Source D´Argent to say goodbye, um dann Samstag morgen unsere zweite Woche auf der Insel Praslin zu beginnen.

Wir wohnten im Acajou Hotel. Einer aus Mahagoniholz errichteten Anlage am kilometerlangen Sandstrand der Anse Volbert.

Dort erwarteten uns ebenso wie auf La Digue sehr, sehr nette und freundliche Menschen und eine beeindruckende Natur. Im Vergleich zu La Digue ist hier aber  mehr Verkehr. Es fahren regelmäßig Busse (welche im übrigen sehr günstig sind: pro Fahrt, egal wohin zahlt man nur 3 Rupees, umgerechnet ca. 50 cent) und Autos. In den Bussen ist etwas Vorsicht geboten: Am besten hinsetzen und festhalten. Sonst kann es sein, dass einem die Fahrt vorkommt wie eine Achterbahnfahrt. Trotzdem jedes Mal aufregend.

Unser erster Ausflug ging früh morgens nach dem Frühstück mit dem Bus zur Anse Boudin, wo wir anschließend zu Fuß einen sehr, sehr steilen Hügel überwinden mussten, um an die Anse Lazio zu gelangen. Eine Bucht mit glasklarem blauen Wasser, breitem weißen Strand und großen Wellen. Wir eilten sofort ins Wasser und beim rückwärtigen Anblick der Natur hinter dem Strand fühlte man sich wie der erste Mensch der Schöpfung.

Zu dem Strand sei noch zu erwähnen, dass man die Zeiten von Ebbe und Flut in Erfahrung bringen sollte, da bei Fluthöchststand nichts mehr vom Strand zu sehen ist.

Ein weiterer Trip führte uns zu Fuß nach Baie St. Anne, wo wir unterwegs immer wieder auf sehr nette und hilfsbereite Leute trafen. Leicht kam man mit diesen ins Gespräch.

Am Strand und am Pool machten wir, besser gesagt ich (Frauen sind ja meistens die ersten Angriffsopfer), auch immer öfters die Bekanntschaft mit den so oft in den Reiseführern erwähnten Sandfliegen. Deren Stiche sind zwar völlig harmlos, aber sie jucken ungemein! Leider hatten wir kein geeignetes Schutzmittel dabei, weshalb wir uns auf die verzweifelte Suche nach dem Insektenspray „Peacefull sleep“ begaben. Angeblich sollte dies in jedem Supermarkt erhältlich sein.  Nachdem wir zig kleinere Lädchen aufgesucht hatten und uns selbst eine Ärztin nicht weiterhelfen konnte, gaben wir die Hoffnung auf. Nachmittags im Hotel gab uns Natascha von der Hotel Rezeption aber den Tipp, den Souvenirshop in der Nähe aufzusuchen,  wo das Mittel erhältlich sein sollte. Das war ein sehr guter Tipp! Fortan hatten wir wieder more peacefull sleeps. Man sollte dieses Mittel immer im Koffer haben!

Das Highlight auf Praslin, war neben dem Besuch des Nationalparks Vallee de Mai der 3-Inselausflug Cousin, Curieuse & St. Pierre, den wir direkt über Blue Ocean Travel buchten. Mit einem Motorboot ging es morgens zuerst auf das Naturschutzreservat Cousin.

Die Insel wird nur von Biologen und den Tieren bewohnt. In unglaublicher Nähe brüteten Land- und Seevögel direkt vor unseren Augen. Da die Tiere auf dieser Insel keine natürlichen Feinde kennen, zeigen sie keine Scheu und der Mensch wird nicht als Eindringling oder Feind betrachtet. Eine ganze Menge von wunderschönen Noody- und Feenseeschwalben flogen um uns herum. Auf dem Boden direkt vor unseren Füßen brüteten Tropicvögel mit ihren langen Schwanzfedern. Selbst für die Biologen, die schon längere Zeit hier wohnen, ist jeder Tag auf Cousin ein neues, unglaubliches und einmaliges Erlebnis. Man ist so beeindruckt, das man diesem Ereignis stundenlang zusehen möchte.

Doch leider mussten wir Cousin wieder verlassen und wir fuhren weiter auf die Insel Curieuse. Vom Grillen am Strand gestärkt, wanderten wir mit unserem Guide quer über den Marine National Park. Es ging durch Mangrovenwälder, vorbei an wilden Ananas, am Meeresschildkrötenbecken bis wir schließlich wieder auf frei lebende Riesenschildkröten trafen. Wir hatten das Glück, eine Baby-Riesenschildköte halten zu dürfen. Es ist schon ein unfassbarer Anblick: frei umherlaufende Riesenschildkröten auf einer grünen Wiese, im Hintergrund der Strand und dann das offene blaue Meer. Der Trennungsschmerz war für uns mal wieder schwer.

Unser letzter Besuch bei diesem Ausflug führte uns vor die kleine Insel St. Pierre, welche durch die vielen aufeinanderliegenden Granitfelsen kaum begehbar ist. Wir ankerten dort für eine Dreiviertelstunde zum Schnorcheln. Der Anblick der unzähligen verschiedenen Fische in Form und Farbe ist einfach grandios. Die Fische kommen teilweise so nah an einen heran, dass sie sogar manchmal an einem Knabbern.

Rundum ein unvergesslicher Ausflug, den wir jederzeit wieder machen würden.

Die Zeit verging viel, viel zu schnell. Bevor wir wieder unsere Heimreise antreten mussten, besuchten wir noch den zum Weltkulturerbe erklärten Nationalpark Vallée de Mai. In diesem tropischen Urwald ist die legendäre  Coco de Mer beheimatet.

Diese Nuss findet man nur noch auf den Inseln Praslin und Curieuse. Die Nuss wiegt  an die 20 kg und ist bei einem Preis ab ca. 150 EUR für uns leider unerschwinglich. Die ausgewachsene Palme, von der es übrigens weibliche und männliche Pflanzen gibt, hat riesige fächerförmige Blätter, auf denen ca. 3 erwachsene Menschen liegend Platz finden würden. Beim Durchqueren des Parks hatten wir das Glück auf einen Tenrek, einen kleinen Borstenigel zu stoßen, der zwar oft in Reiseführern erwähnt ist, aber dessen Bild wir bislang nur aus dem Internet kannten.

Den letzten Tag verbrachten wir nochmals an der Anse Volbert bevor es dann Samstag abends um 22.50 von Praslin via Mahe nach München zurückging.

Fünfzehn beindruckende Tage, viele interessante Begegnungen, hierüber nur ein kurzer Bericht, in dem noch lange nicht alles erwähnt ist, wie zum Beispiel die vielen grün- und bronzefarbenen Geckos, dem hervorragenden kreolischen Essen, den vielen Zier- und Nutzpflanzen, den großen harmlosen Palmspinnen und und und.

Zu guter Letzt:  Nochmals ein großes Lob an das Team von Blue Ocean Travel, das die Transfers und die Betreuung bis ins letzte Detail super organisiert hat! Träume lassen sich manchmal doch realisieren.

Sabrina & Thomas

La Digue Island Lodge

La Digue Island Lodge

Riesenschildkröte

Zur Anse Source D´Argent

Anse Source D´Argent

Sonnenuntergang

Sunset-Cruise

Hochzeit am Strand

Hochzeit am Strand

Hochzeit am Strand

Hochzeit am Strand

Hochzeitserinnerung

Hochzeitserinnerung

Hochzeitserinnerung

Hochzeitserinnerung

Hochzeitserinnerung

Hochzeitserinnerung

Hochzeitserinnerung

Hochzeitserinnerung

Am Strand

Grüner Gecko

Bonbon Plume Restaurant

Bonbon Plume Restaurant

Cousin

Tropic-Vogel

Feenseeschwalben

Noddy Schwalben

Zurück zum Boot

Fahrt mit dem Boot

Führung auf Curieuse

Riesenschildkröte

Riesenschildkröte

St. Pierre

Schnorcheln

Schnorcheln

Vallee de Mai

Vallee de Mai

Vallee de Mai

Tenrek

Flughafen Praslin

Twin-Otter Air Seychelles

 
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