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04. Mai - 21. Mai 2005
4.5.
Abflug von Wien nach Dubai
mit Emirates.
Flughafen Wien: Einchecken am Austrian Airlines Schalter. Ach ja, eine superarrogante
Austrian Airlines Angestellte braucht fünf Minuten, um zu checken, dass
wir zwei Tage Zwischenstop in Dubai eingeplant haben. Nach der Erleuchtung, dass
wir keine Transferpassengers sind, kommt erst mal der Zeigefinger. Frau Oberlehrerin
ganz streng: "Das müssen Sie mir sagen. Sie müssen mir
alle Informationen geben". Es bleibt beim Ordnungsruf. Gott sei Dank kein
Strafmandat für unbotmäßiges Verhalten des Kunden :-)
Emirates: Service an Bord perfekt,
Essen super. Getränke ohne Ende. Auch
kleine Bierli. Erstaunlich für Economy: jeder
hat seinen eigenen Bildschirm. Jede Menge Auswahl
an Videos, Spielen, Musik. Der Clou: eine Kamera
zeigt, was der Pilot gerade sieht, so er aus dem
Fenster starrt.
Kein Wunder, dass Emirates bei "Reise und Preise " (Zeitschrift)
den vierten Platz gemacht hat. Relativ viel Raum
für die Füße. Und
Sylvia jubelt: bequeme Zweisitzer, kein "wie
Hühner auf der Stange
sitzen", wie in den Airbusses einiger Carrier.
Ankunft
Dubai: Ein Riesenairport mit kilometerlangem Anmarsch
zur Gepäckausgabe
(ähnlich wie in Shiphol). Sylvia: "Uff,
warm hier".
Kurz vorm Zoll: da standen sie. "Arabian
Adventures" (die lokalen Betreuer)
fangen uns ab und lotsen uns durch das "Immigration
Office" und den
Zoll. Vorher erhalten wir noch ein umfängliches
Package mit Infos.
In diesem Zusammenhang ein dickes Lob (wir hassen
Schleichwerbung, aber das muss gesagt werden): unser
Reiseveranstalter "Blue Ocean Travel" aus
Höchstadt
in Deutschland hatte die Reise absolut perfekt organisiert.
Ja, die "Deitschen
san a Wahnsinn". Alles "klappte" (wie
man in Deutschland gerne sagt). Alles -
und wir hatten jede Menge Transfers.
Alles ganz unbürokratisch übrigens,
schnell und effizient. Verglichen mit dem Hürdenlauf
in Sharm-El-Sheik (Sinai) letztes Jahr eine echte
Blitzabfertigung. Scheinbar ruht das Auge Sheikh
Rashids, des Emirs von Dubai, gütig
auf allen Touristen.
Dann steht in der Eingangshalle
a la Hase und Igel wieder der nette Mann von Arabian
Adventures und lotst uns zum bereitstehenden Taxi.
Wir verlassen das Flughafengebäude und: Schock
- ein gnadenloser Heißluftfön weht
uns an. Wir hechten ins klimatisierte Taxi. Wir merken:
die "Wärme" im
Flughafengebäude war "airconditioned".
Die Einheimischen (auch unser Taxifahrer) immer "korrekt" gekleidet,
mit Sakko ...
Ankunft im Avari Hotel. Unser
erster Eindruck: alle sehr zuvorkommend und hilfsbereit.
Eine
prall gefüllte Minibar zu absolut zivilen Preisen
(im Gegensatz zur üblichen
Abzocke in österreichischen Hotels - Rekord
neulich Knittelfeld (!): 9 Teuros für einen
kleinen unschuldigen Schlumberger-Piccolo). Um den
Stress abzuschütteln,
begeben wir uns in den Avari-Pub. Stilvoll unter
Hirschgeweihen schlürfen
wir am elektrischen Kamin ein eisgekühltes Heineken.
Und lassen uns von Boney M berieseln. Johnny Cash
besingt den Ring of Fire. Dann geht's fröhlich
ab in die Heidi.
5.5.
Am nächsten Tag: Wir
versuchen ein paar Schritte außerhalb des Hotels
zu gehen, aber da ist er wieder - der Heißluftföhn.
Nix wie zurück
ins kühle Hotelzimmer. Faulenzen ist angesagt.
Also weiter mit den Taten des schlauen Comissario
Brunetti und der cleveren Eletra, die jeden Computer
knackt. Und dem unfähigen Vice Questore Patta,
Brunettis Chef. Mein erster Donna Leon ... Sylvia
ist das natürlich zu flach, Krimis igitt. Sie
lässt
sich in Polyamory Tantra ("Eintauchen in die
absolute Liebe")
einweihen; um dieses Buch zu ergattern, bin ich am
Tag vor der Abreise noch durch halb Wien gejagt worden
... :-)
Danach verbringen wir den restlichen
Tag am Pool ... das Wasser ist warm, wird aber bei
jedem Eintauchen etwas kühler.
Abends "Buffet":
Schlappe 10 Euros and You can eat what You want.
Die Kiechererbsen kann unser Stamm-Inder in Wien
auch nicht besser. Phantastisch. Service a la Dubai
- also perfekt.
6.5.
Nächster Tag (Weiterreise nach Mahe): wir
beschließen, Dubai ist eine
Reise wert. Tolle Strände und Super-Einkaufsmöglichkeiten.
Und die Hotels sind ein Hammer. Service und Kundenorientierung,
das gibt es hier wirklich. Nicht wie bei uns - nur
als Geschwafel bei Wirschaftskammertagungen. Verglichen
mit ihren Dubaier Kollegen sind Österreichs
Hoteliers ganz kleine Lichter. Auch die von "renommierten" Häusern.
Doch davon später mehr.
Transfer zum Airport. Der Fahrer überpünktlich.
Einchecken bei Emirates unbürokratisch. Der
Flug nach Mahé im fast leeren Flieger. Sylvia sucht
sich gleich vier Sessel
aus, wo sie den Schlaf der Gerechten schläft.
Ich halte Wache, außerdem freue ich mich auf
den Sonnenaufgang über
dem indischen Ozean. Die netten Flugbegleiterinnen
helfen mir beim Wache schieben und versorgen mich
mit kühlen Fruchtsäften
:-)
7.5.
Mahé. Unser Taum wird wahr.
Das erste Mal auf den Seychellen. In vielen Stresstrainings
habe ich die Seychellen zitiert ...
Wir klettern die
Gangway herunter: was ist das? Urwarm, aber das
kennen wir ja schon von Dubais Heißluftföhn.
Das Besondere: es ist feucht. Die Luft ist tropisch wasserdampfgeschwängert.
Die Sonne brennt schon morgens um acht.
Erster Eindruck:
eine kleine verschlafene Inselrepublik. Der Einreisestempelabdruck
hat graphisch die Form einer Meeres-Kokusnuss (Coco
de Mer). Deren Form man mit dem weiblichen Becken
in Verbindung bringt ...
Dann empfängt uns Cyril,
der nette Mitarbeiter von Blue Ocean Travel. Während
er die Weiterreise checkt, empfiehlt er uns Geld
zu tauschen und im Restaurant einen kleinen Drink
zu nehmen. Das machen wir doch glatt. Von der Stirne
heiss ... rinnt uns der Schweiss ...
Cyril lotst uns
zum Air Seychelles Schalter. Gepäckaufgabe
für
den Weiterflug nach Praslin. Nach 2 Stunden Anschlussflug
nach Praslin.
15 Minuten später: Ankunft am Amitie-Airport
auf Praslin.
Paul ("Mr. Perfect")
von Blue Ocean Travel erwartet uns. Das Taxi bringt
uns zu unserer Unterkunft. Unterwegs Dschungel, bizarre
Pflanzen, blühende
Gärten ... Wir sind entzückt.
Ankunft im "Les
Villas d'Or Resort":
in einem weitläufigen
Garten stehen zehn hübsche Bungalows. Begrüßt
werden wir von Mr. Pierre, dem Resort Manager. Mr.
Pierre erweist sich in den kommenden 14 Tagen als
perfekter Problemlöser.
Geflügeltes Wort: "Come to my office, we
will manage this!".
Die Bungalows: super eingerichtet
mit Kitchenette, Riesenveranda, AC-Schlafraum (unsere
kühle Zuflucht
in den ersten Tagen), Livingroom. Liegestühle,
Strandtücher, Sonnenschirme, alles gratis. 30
Meter vom Bungalow entfernt: die Anse Volbert. Waschpulverstrand: "Weisser
geht´s nicht". Und türkisblaues
Meer, die Badewanne pur. Kein Wunder, dass auf Praslin
die Bacardiwerbung gedreht wurde.
Abends: das erste
Essen bei "Tante Mimi".
Wir hatten - angesichts der exorbitanten Restaurantpreise
auf den Seychellen - Halbpension gebucht. Da Les
Villas kein eigenes Restaurant hat, geht man zu "Tante
Mimi".
Und dieses Restaurant ist ein
Traum. Es befindet sich im ersten Stock eines Kolonialhauses,
etwa 500 Meter von Les Villas entfernt. Unten im
Erdgeschoss die Spielbank. Manche Gäste schreckt
das ab (unsere deutschen Bungalow-Nachbarn fürchteten
sich vor der zu erwartenden Spielbank-Etikette und
stornierten). Aber keine Panik: Krawatten tragen
auf den Seychellen nur Versicherungsmakler. Lange
Hose am Abend reicht für's Dinner. Sakko und
das kleine Schwarze können zu Hause
bleiben. Allerdings: einen älteren Herren, der
in knackigen Hotpants Einlass begehrte, wies man
ab.
Das Essen bei Mimi ist phantastisch.
Eine Freude für Gourmets. Vernünftigen
Wein gibt's auch, eine Seltenheit auf den Seychellen.
Der Service ist absolut vorbildlich.
Highlights: der
Hummercurry, die Meeresfrüchteplatte,
Lammgerichte und Red Snapper.
Boney M bleibt einem
erspart; gepflegtes Easy Listening von Spanish Eyes
bis Burt Kempfert.
8.5.
Der Service im Les Villas
ist sehr individuell: man bringt morgens das Frühstück
in den Bungalow.
Vor dem Frühstück
haben wir das Auto in Empfang genommen. Paul von
Blue Ocean Travel hat das verlässlich
organisiert.
Danach: ab in den Linksverkehr.
Man sitzt wie in allen Angloländern als
Fahrer rechts. Blinker und Scheibenwischer sind "verkehrt
rum", was
Sylvia stets zu Heiterkeitsausbrüchen motiviert.
Ha, Ha ...
Mühsam ächzt der Daihatsu
30 Prozentsteigungen hinauf. Richtung Anse Lazio.
Gott sei Dank gibt's im Wagen AC.
Endlich die Anse
Lazio: der Traumstrand schlechthin. Türkismeer.
Malerische Granitfelsen im Wasser (wie große
Edelsteine) und Waschpulverstrand. Das Ganze mit
schattigen Palmen und Bäumen. Für
die Hungrigen: das ausgezeichnete Bon Bon Plume Restaurant.
Haben wir nicht oft ausprobiert. Denn wir waren ja
bei Tante Mimi bestens aufgehoben.
9.5.
Wir fühlen uns wie
weiland Sven Hedin in der Wüste Gobi: es dürstet
uns nach Wasser, Wasser, Wasser ... (In den ersten
Tagen haben wir Wasser förmlich "abgepumpt".
Nach drei Tagen, wenn man sich akklimatisiert hat,
sinkt der Wasserverbrauch drastisch und man hört
auf zu schwitzen).
Also ab nach Baie St. Anne in
den indischen Supermarkt. Und was liegt dort im Regal?
Vorarlberger Käse!
Good for breakfast!
Nachmittags: Fahrt an die Anse
La Blague. 35 % Steigung. Die Anse La Blague selbst
zauberhaft. Seychellen wie vor fünfzig Jahren.
Kaum Visitors. Gut, dass im Baedecker steht: "Die
kaum sehenswerte Anse La Blague ..." Man
kann, ca. siebzig Meter draussen im Meer, das Riff
bestaunen und die vielen bunten Fischli, die dort
scharenweise vorkommen. So man schnorchelt.
10.5.
Am Hausstrand. Mein erster
Mankell. Kommissar Kurt Wallander von der Polizei
in Ystad (kleines Städtchen in Süd-Schweden)
ermittelt. Sylvia hat den neuen Coelho in Arbeit.
Gelegentliches Plantschen in Anse-Volbert-Badewanne.
Und
viel Austausch über unsere Eindrücke
und Gedanken.
11.5.
Heute Fahrt zur legendären
Anse Georgette. Dazu muss man über das Gelände
eines Resorts für die Reichen und Schönen
mit dem bezeichnenden Namen "Lemuria Resort".
Unser Mr. Pierre telefoniert mit dem Manager wegen
dem ok. Der Officer am Tor von Lemuria weiss Bescheid.
Wir parken am Tennis Court. Und beginnen den weitläufigen
Golfplatz zu überqueren. Kleine Elektroautos
vollgepackt mit Golfschlägern
und Gentlemen im entsprechendem Outfit huschen an
uns vorbei.
Schließlich
hat ein französisches Ehepaar mit uns, die durch
die Mittagshitze stapfen, Erbarmen und läßt
uns im Elektroauto mitfahren. Ein italienisches Paar
gesellt sich hinzu und wir werden Zeugen einer sehr
lebendigen Auseinadersetzung der italienischen Lady
mit Mama daheim - per Handy macht das (Seychellen
/ Milano) pro Minute 7 €. Man gönnt sich
ja sonst nichts :-)
Die Anse Georgette übertrifft
die Anse Lazio an Schönheit. Herrlich
kühles Wasser. Aber Wellen über drei Meter
hoch. Sylvia ist in ihrem Element. Als ehemalige
Leistungsschwimmerin genießt sie das kühle
Nass und taucht wie eine Muräne.
Mich haut eine
Welle um, ich werde wie ein Baum gefällt. Verliere
meinen linken Bade-Schuh. Kaum wieder aufgestanden,
haut mich die zweite Welle um. Protestierend verlasse
ich das kühle Nass. Und lege mich rasch in den
Schatten. Zumal Kurt Wallander den Fall mit dem Mann,
der lächelte, fast gelöst
hat ...
12.5.
Plantsch Plantsch in der
Anse Lazio. Wallander arbeitet an dem kniffligen
Fall der fünften Frau. Und
Sylvia kommt langsam dahinter, was Coelho unter einem
Zahir versteht.
13.5. bis 17.5
Sehr intensive
Eindrücke. Überlandexkursionen. In echter
Tourimanier wird Praslin abgelichtet. Die Erinnerung
an die Arbeit verdämmert allmählich,
Alltagsprobleme lösen sich auf ...
18.5.
Vallee de Mai. Ein einzigartiges
Naturschutzgebiet. Naturbelassener Dschungel (Regenwald)
kann auf Wanderwegen bestaunt werden. Unsere Videocam
bekommt wieder Arbeit. Feucht und schwül - Dschungel
halt. Sylvia packt das Entsetzen, als ich noch einen
Aussichtspunkt zusätzlich ansteuern will. Nach
drei Stunden Wanderung sind wir ausgelaugt und körperlich
am Ende.
Nachmittags Recreation in der
Anse Volbert-Badewanne mit Tropic Drinks. Jeden Morgen
wird ja zum Frühstück
eine Ladung frischer Tropenfrüchte
geliefert. Als Barkeeper vom Dienst stehe ich manchmal
da vor schier unlösbaren
Problemen: wie macht man mit der seltsamen Jackfruit
und ihrem löwenzahnähnlichen,
eigenartig riechenden Saft einen guten Drink? Man
will Mylady ja nicht verärgern
:-)
19.5.
Tropenregen. Es gießt
wie aus Kübeln. Ein paar Tage zuvor habe ich
noch über den Riesenregenschirm im Bungalow
gelacht. Sogar die Klimanlage tropft.
20.5.
Im Morgengrauen holt uns
Paul ab. Auch diesmal Transfers ohne Pannen.
Ziel:
Dubai: Hotel Taj Palace. Dort angekommen checken
wir nichtsahnend ein. Bei der Besichtigung unseres
Bedrooms verschlägt es uns die Sprache. Man
hat uns die Royal Suite zugewiesen. Einer der letzten
Gäste, die dort "weilten":
der Prinz von Jordanien. An der Reception erklärt
man uns, alle anderen Zimmer seien belegt -"and
You don't pay more". Wir können es nicht
fassen. Kein Bedroom, sondern eine Suite wie in alten
William-Powell/Myrna-Loy-Filmen. Eine Halle als Living-Room,
ein Speisesaal, eine Riesenküche, eine Badelandschaft
mit Sauna. Biz-Center. Ein Himmelbett für eine
Hollywood-Diva. Sylvia ist begeistert - endlich mal
standesgemäß ...
Macht normalerweise schlappe
2.500 Teuros - pro Nacht. Und Gesundheit wird großgeschrieben.
No alcohol is our policy, heißt es stolz im
hauseigenen Newsletter. "Na
ja, also kein kühles Heineken unter Hirschgeweihen".
Aber dafür
exquisite Küche. Wenn unser Lieblings-Inder
(Samrat in Wien) wüsste
...
21.5.
Wir werden weiter vom "Pech" verfolgt.
Die Maschine von Emirates nach Wien ist ausgebucht.
Der nette Mann am Checkin-Schalter grinst so verdächtig.
Leider "müssen" wir Business-Class
fliegen "and You do not
pay more". Machen wir. Da sind wir doch flexibel.
Wien
Schwechat: Probleme beim Hineinhiefen der Koffer
ins Flughafen-Taxi. Dem Fahrer ist es peinlich, tja,
der Kofferraum vom Mercedes. Mercedes ist auch nicht
mehr das ...
Aber das hatten wir organisiert,
nicht Blue Ocean Travel...
Sylvia & Horst
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