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Seychellen - Reisebericht von Werner & Christine

Praslin / Mahé

16. November - 2. Dezember 2007

Nach ca. 9-stündigem Flug landeten wir am Vormittag des 16.11.2007 auf der Hauptinsel Mahe. Nach kurzem Aufenthalt ging es per Inlandsflug weiter auf die Insel Praslin, wo wir von Paul, einem der örtlichen Reisebetreuer von Blue Ocean Travel, sehr freundlich in Empfang genommen wurden. Er brachte uns mit dem PkW in unser Zuhause für die nächsten acht Tage, dem Islanders Guesthouse an der Anse Kerlan. Die Appartments in den Bungalows sind sehr schön eingerichtet, bestehen aus Schlafzimmer, Küche mit Kühlschrank, Kochgelegenheit und allem Notwendigen für Selbstversorger, einem großzügigen Bad mit Dusche sowie einer schönen Terrasse. Die Zimmer sind mit Deckenventilator ausgestattet, die Nutzung der Klimaanlage kostet 10 Euro pro Tag. Die gesamte Einrichtung befand sich in einem Topzustand.

Dem Gästehaus angeschlossen ist ein kleines Restaurant. Das Essen war gut und reichlich, zum Dinner drei Gänge - natürlich landestypisch in erster Linie Fisch in allen Varianten. Lediglich das Frühstücksangebot war etwas einseitig, jeden Tag Ei mit Toast ist sicher nicht jedermanns Sache. Für etwas Schinken beispielsweise wären wir dankbar gewesen. Das sollte jedoch den guten Eindruck, den das Gästehaus machte, nur unwesentlich trüben.

Schnell stellte sich ein fast familiäres Verhältnis zu den Angestellten des Hauses ein. Die Rezeption war immer besetzt, es gab klare Ansprechpartner, alle Fragen und Bitten wurden sofort beantwortet bzw.erfüllt.

Unsere ersten Ausflüge galten den in den Reiseführern vielgerühmten Stränden. Die Schönheit der Anse Lazio und mehr noch der Anse Georgette übertraf all unsere Erwartungen. Feinster weißer Sand an naturbelassenen, unverbauten Buchten, dazu 28°C warmes türkisfarbenes Wasser - wie sonst sollte das Paradies aussehen?

Entlang der malerisch in den Ozean hineinragenden, die Buchten begrenzenden Granitfelsen lässt es sich hervorragend schnorcheln. Die Fülle und Farbenpracht der tropischen Fische ist überwältigend.

Was das Strandleben anbetrifft, kann man getrost Vorstellungen a la Mallorca oder Gran Canaria zu Hause lassen. Hier tritt man niemanden auf die Füße. Das trifft übrigens auch auf die kilometerlangen, von kleinen Hotelanlagen gesäumten Strände der Anse Volbert bzw. der Beau Vallon-Bucht (auf Mahe) zu.

Ein unbedingtes Muss ist der Besuch des Valle des Mai. Dieses zum Welt-Naturerbe gehörende, von einem Urwald endemischer Palmen bewachsene Tal hat uns stark beeindruckt. Wir erlebten es unmittelbar nach einem tropischen Regenguss, was den Eindruck des Gespenstischen vielleicht noch verstärkt hat. An der tiefsten Stelle des Tales kommt man sich in der Düsternis von Latania- und Schraubenpalmen an einem Bachlauf in die Urzeit versetzt vor. Mich hätte es nicht gewundert, wären in diesem Augenblick Flugsauriere vorbeigeflogen.

Einen Tag unseres Aufenthaltes auf Praslin nutzten wir für einen Tagesbesuch auf La Digue.

Nach kurzer Überfahrt nahmen wir uns jeder zum Tagespreis von 10 Euro ein Fahrrad (Zustand tiptop!) und erkundeten vom Drahtesel aus die Insel. Hier auf der Insel drehen sich die Uhren um einiges langsamer, das Leben fließt gemächlich ohne Hektik dahin, obwohl mittlerweile auch hier Kraftfahrzeuge verkehren. Die Ochsenkarren dienen wohl nur noch dem Transport der Touristen. Unser Weg über die Insel führte uns durch abseits der Touristenhauptwege gelegene Ansiedlungen, wo man wunderbar das dörfliche Leben beobachten konnte. Überall trafen wir freundliche Menschen, die uns mit einem „wie geht’s ?“ grüßten und uns einen schönen Tag auf ihrer Insel wünschten.

Nachdem wir die Kokosplantage „L’Union Estate durchquert hatten, erreichten wir bald den Bilderbuchstrand Anse Source D´Argent. Er gehört zweifellos zu den schönsten Stränden des Seychellen-Archipels und beeindruckt durch seine bizarren Felsformationen, die sich malerisch vom blendend weißen Sand abheben. Hier geht garantiert ein gut Teil der Kapazität der Speicherkarte der Kamera drauf.

Zum Baden allerdings ist der Strand weniger gut geeignet, denn er ist sehr flach abfallend, man muss ganz schön weit laufen, um endlich ordentlich schwimmen oder schnorcheln zu können. Beim Schnorcheln hatte ich aber gerade hier mein schönstes Erlebnis. Ich sah vor mir eine Meeresschildkröte und hatte das Glück eine Viertelstunde lang auf Armlänge mit ihr schwimmen zu können - unbeschreiblich!

Für uns steht fest, sollten wir irgendwann wieder auf den Seychellen Urlaub machen, dann werden für La Digue 3 - 4 Übernachtungen eingeplant, denn für nur einen Tag ist die Insel zu schön.

Ebenso empfehlenswert für Naturliebhaber ist eine Fahrt mit dem Motorboot von Praslin nach Cousin, einer kleinen, nur von einer Handvoll Wissenschaftlern bewohnten Insel, die sich um die Bewahrung der vom Aussterben bedrohten Tierwelt kümmern. Täglich bekommt nur eine begrenzte Anzahl von Touristen die Erlaubnis zum Betreten der Insel, auf der sie dann z.B Feenseeschwalben, Rußseeschwalben, MacPie Robins und andere einzigartige Vögel aus nächster Nähe zu sehen bekommen. Cousin ist auch einer der Plätze auf den Seychellen, an denen Meeresschildkröten ihre Eier ablegen. Sämtliche Nester werden registriert und sind markiert. Bei unserer Ankunft auf der Insel konnten wir gerade noch eine Schildkröte sehen, die nach der Eiablage mühsam wieder dem Wasser zustrebte.

Weiter ging es dann nach Curieuse, wo auf uns ein wunderbares Barbecue wartete. Die Attraktion waren aber die in einem weitläufigen Schutzgebiet lebenden Riesenschildkröten.

Zum Abschluss des schönen Tages ankerte unser Boot vor der kleinen Felseninsel St. Pierre, wo wir Gelegenheit zum ausgiebigen Schnorcheln hatten. Mein besonderes Erlebnis hier war war die Begegnung mit einem Weißspitzenhai, der drei Meter unter mir meine Bahn kreuzte. Gott sei Dank nahm er keinerlei Notiz von mir, sondern verschwand im tiefen Blau des Meeres.

Nach acht wunderschönen Tagen hieß es Abschied nehmen von Praslin. Mahe, die größte Insel der Seychellen wartete auf uns.

Wir nahmen Quartier in einem der Bungalows bei Chez Batista. Leider entsprachen die Gartenbungalows nicht dem, was wir erwartet hatten. Die spartanische Einrichtung,(neben den Betten ein Kleiderschrank, dem bereits Einlegeböden fehlten, ein Stuhl und ein niedriges Schränkchen mit daraufstehendem Fernseher sowie Minibar), machte bereits einen recht abgewohnten Eindruck. Nebenbei bemerkt: wer braucht auf einem Seychellenurlaub eigentlich einen Fernseher?

Die Fenster waren versehen mit unansehlichen dunklen Vorhängen. Auf der kleinen Terrasse standen zwei Liegestühle, aus denen hochzukommen, selbst für junge Leute ein Kraftakt war, und deren Textilbezüge total speckig waren. Bad und Toiletten waren soweit o.k., wenn auch nicht mit dem Islander`s vergleichbar. Diese Eindrücke deckten sich übrigens auch denen unserer Nachbarn.

Leider entsprach auch das Restaurant, welches in den Reiseführern als eines der besten Fischrestaurants erwähnt wird, nicht unseren Vorstellungen. Die Zeiten, als man hier köstlichen Fisch nach kreolischer Art essen konnte, schienen längst vorbei. Kingfishsteaks (trocken) mit Reis und einer Beilage aus Rotkohl, Weißkohl und Möhren, Red Snapper (exakt gleiche Beilagen) oder Grilled Fish, den man vor lauter Gräten kaum essen konnte, waren so ziemlich das Einzige, was zur Auswahl stand, wollte man nicht jeden Tag Lobster o.ä. speisen.

Dass es auch anders geht, bewies das sonntägliche Mittagsbuffet, dessen Auswahl und Zubereitung uns zufrieden stellte.

Ingesamt ließ die Freundlichkeit des Personals sehr zu wünschen übrig, man konnte den Eindruck gewinnen, die Bustouristen waren Batista und seinem Team wichtiger als die Hausgäste.

So sind wir abends oft zum schönen Restaurant Le Redoute gelaufen, wo die Küche wesentlich besser und das Essen auch noch preiswerter war.

Die Rezeption des Hauses (Chez Batista) stand zwar den ganzen Tag offen, war jedoch nie besetzt, sodass man sich erst im Restaurant durchfragen musste, wer denn nun eigentlich für Fragen und Bitten der Urlauber zuständig sei. Das war einfach nur nervig. Die Rezeption machte einen unaufgeräumten Eindruck (gelinde ausgedrückt) und wurde auch als Gepäckabstellraum für die an- und abreisenden Gäste genutzt (bei freien Zugang für jedermann wohlgemerkt!).

Soviel zu den weniger schönen Umständen unseres Aufenthaltes bei Chez Batista.

Die sichelförmige Takamaka-Bucht, an dem das Chez Batista liegt, ist unserer Meinung nach eine der schönsten Buchten auf Mahe. Unvergesslich werden uns die phantastischen Sonnenuntergänge bleiben, die wir dort erlebten.

Um die Insel kennenzulernen, nutzten wir das Angebot unseres Blue Ocean Travel-Betreuers Matthew zu einer ganztägigen Inselrundfahrt mit dem Pkw. Ganz prima fanden wir, dass unser Guide fließend Deutsch sprechen konnte. Der Verlauf der Tour war nicht vorgegeben, sondern konnte von uns bestimmt werden, ebenso die Dauer des Aufenthaltes an bestimmten Punkten.

Kein Vergleich zu sonst üblichen Touren anderer Reiseveranstalter. Die Informationen, die Cyrill uns zu Land und Leuten, den Lebensverhältnissen und zur Natur der Insel gab, waren sehr interessant und aufschlussreich.

So vergingen sechzehn unvergessliche Tage im Paradies viel zu schnell. Nun, da wir wieder zu Hause im kalten Deutschland sind, zehren wir wohl noch lange von den Erinnerungen an einen wunderschönen Urlaub.

Vielen Dank dem Team von Blue Ocean Travel hier in Deutschland aber auch den Mitarbeitern auf den Seychellen.

Werner und Christine

Am Strand

Riesenschildkröte

Vallee de Mai

Sonnenuntergang

 
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